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Modulares Studentenheim ersetzt verkommene Ruine

Artikel aus DER BAUUNTERNEHMER, Ausgabe Juli 2020

Holländischer Benelux-Marktführer setzt seinen Fuß nach Deutschland-Essens Uni-Viertel durch „Campus 71" aufgewertet

DBU!Berlin - ,,Tatort"-Kommissar-Legende Horst „Schimmi" Schimanski wurde von den Drehbuchautoren der ARD in die verruchtesten Hinterhöfe des Ruhrpotts geschickt. Vielleicht hieß deshalb ein heruntergekommenes Haus an der Essener Friedrich-Ebert -Straße im Volksmund

„Schimmis Garage“ Doch der Schandfleck ist jetzt weg. Derzeit entsteht dort ein Wohnheim für Studenten - in Modulbauweise.

 

Schimmis „Tatort"-Fans mögen sein Andenken in Ehren halten. Aber „Schimmis Garage" in Essen hatte nichts von dessen Unverwüstlichkeit. Vorigen Herbst ist das leerstehende und völlig marode Gebäude, unter dessen drei Geschossen Autos tanken konnten, abgerissen worden. Am 11. Dezember rückten die Baumaschinen an, um erste Bohrungen für ein neues Fundament ins Erdreich zu setzen. Und noch sieht es nicht so aus, als könnten die Studenten dort einmal im nachdenklichen Wandeln auf behaglichen 20 Quadratmetern ihre Aufgaben durchdenken, am einheitlich gestalteten Schreibtisch für ihre Prüfungen lernen, in der voll ausgestatteten Küchenzeile sich etwas schnell warm machen und im Bad nach stundenlangem Büffeln die erfrischende Dusche nehmen.

Doch es wird schnell gehen, bis das Gebäude zum Beginn des kommenden Wintersemesters steht und von mehr als 100 Studierenden bezogen wird. Dafür sorgt die Modulbauweise von Jan Snel. Das niederländische Unternehmen hat einst in der Transport-Branche angefangen. 1960 war das, als es zur Massivbau-Weise kaum Alternativen gab. Das hat sich nun geändert.

Es ist vor allem der Drang nach einer Flexibilität, die der Modulbauweise auch in Zukunft weitere Schübe geben wird, ist sich Olaf Bade, Deutschland-Chef von Jan Snel sicher: ,,Die Nachfrage nach Gebäuden ändert sich fortlaufend", sagt er. ,,Da ist schnelles Handeln gefragt." Ein Studentenwohnheim könne beispielsweise „schnell und einfach", so Bade, in eine Senioren Wohnanlage umgewandelt werden. Das Bauen mit vorgefertigten Systemen trage damit auch zu mehr Nachhaltigkeit bei.

Jan Snel ist mit seinen Konzepten zum Marktführer in den Benelux-Staaten geworden. Das „Campus 71" genannte Vorhaben in Essen soll ein wichtiger Schritt hinein in den deutschen Markt sein, in dem das Unternehmen nachhaltig Fuß zu fassen hofft. ,,Modulbau hilft, die Nachfrage in Deutschland schneller zu befriedigen als der traditionelle Bau dies kann", sagt Olaf Bade. ,,Außerdem können wir eine hohe gleichbleibende Qualität liefern - weil alle Module unter optimalen Fabrikbedingungen in messbarer Qualität vorgefertigt werden."

Das gilt nicht nur für Böden, Wände, Decken und Dächer, sondern auch für die voll ausgestattete Küchenzeile, den modernen Bad­bereich und selbst den Schreibtisch, ohne den wohl kaum ein Akademiker-Zögling auskommt, der sein Studium ernst nimmt. Der angenehme Aufenthalt soll durch die große Fensterfront verstärkt werden, die im Übrigen von den Bewohnern individuell mit blühendem Pflanzenleben gestaltet werden kann - dem vorgesetzten Gitter, gern auch französischer Balkon genannt, sei Dank.

Die Vorvermietung hat im Übrigen schon im Frühjahr begonnen. An Nachfrage dürfte kein Mangel herrschen. Denn die Lage ist die beste - nach Norden hin sind es ein paar Fußminuten hin zum     Universitätshauptgebäude; nach Süden hin ist in kurzer Zeit, und auch das zu Fuß, die lebendige Innenstadt erreicht. Und so zentral gelegen, kann Essen zumindest eine Sache abhaken: ,,Schimmis Garage" galt jedenfalls als letzte Bruchbude des Uni-Viertels.